Automatische Bestellungen bei FTK-Artikeln

Simeit16

Neues Mitglied
Hallo!

Wir haben aktuell in der Firma das folgende "Problem":

Man kann ja aus einer AB automatisch eine Bestellung erzeugen, allerdings nur, wenn der VK-Artikel identisch mit dem EK-Artikel ist.

Nun gibt es aber im VK auch FTK-Artikel, bei denen es mehrere unterschiedliche EK-Artikel gibt.
Hier ist eine automatische Bestellung nicht möglich, ebenso wenig eine Auswertung, die beide VK und EK Vorgänge verknüpft.
Gibt es da eine Möglichkeit, eventuell über Stücklisten?

Dazu kommt noch, dass wir nur im Dienstleistungssektor (passive Veredelung) agieren und daher nicht mit Lagerhaltung arbeiten.
Das ist eventuell noch wichtig zu erwähnen?!

Vielen Dank im Voraus für eure Zeit und eventuelle Lösungen!
 
Hi,
mir sagt FTK Artikel leider nichts. Ich habe dann mal meine KI gefragt - die Antwort, der Übersichtlichkeit halber, im zweiten Beitrag:
 
Ja – da gibt es einen sinnvollen Standardansatz, und der Hinweis auf Stücklisten geht in die richtige Richtung. Ich würde aber nicht versuchen, die AB direkt in eine Bestellung zu übernehmen.


Was Sage im Standard kann​


Bei einer normalen Artikelposition kann Sage über Bedarfsdeckung/Lieferantenvergleich aus einer Auftragsbestätigung eine Bestellung erzeugen. Dass dieser Prozess existiert, ist auch in den Wartungstexten ausdrücklich dokumentiert: „Auftragsbestätigung / Lieferantenvergleich / Übernahme in Bestellung“.


Der wichtige Punkt ist: Sage kann die entstehende EK-Bestellposition anschließend mit ihrem Bedarfsverursacher aus dem Verkauf verknüpfen. Im Sage-Forum ist sogar die technische Beziehung dokumentiert: KHKEKBelegePositionenBedarfVerursacher enthält die Verknüpfung zwischen Einkaufsposition und Verkaufsposition – und über VerursacherSubID bzw. ReferenzSubID können auch Stücklistenelemente berücksichtigt werden.


Für den beschriebenen FTK-Fall​


Angenommen, verkauft wird:


FTK-Artikel A – 1 Stück


für die Leistung müssen aber eingekauft werden:


  • EK-Artikel 4711 – Dienstleistung A
  • EK-Artikel 4712 – Dienstleistung B
  • EK-Artikel 4713 – Dienstleistung C

Dann würde ich prüfen, ob man den FTK-Artikel als Handelsstückliste abbilden kann und die drei benötigten EK-Artikel als Stücklistenbestandteile hinterlegt.


Genau dieses Szenario wurde im Sage-Forum bereits sehr ähnlich diskutiert: Ein Verkaufsartikel besteht aus mehreren Einzelartikeln, die nach Eingang der Kundenbestellung bei unterschiedlichen Lieferanten bestellt werden müssen. Dort wird als Standardweg empfohlen, die Disposition bzw. Bestellvorschläge zu verwenden.


Damit wäre der Prozess eher:


AB mit FTK-Artikel → Stücklistenauflösung/Bedarf → Disposition → Bestellvorschläge → Bestellungen bei den jeweiligen Lieferanten


und nicht:


AB → „Bestellung erzeugen“


Das hat sogar einen Vorteil: Wenn drei Bestandteile bei drei unterschiedlichen Lieferanten beschafft werden, kann die Disposition daraus die entsprechenden Bestellungen erzeugen.


Aber: „Wir arbeiten ohne Lager“ ist hier entscheidend​


Das würde ich vor einer Zusage testen.


Handelsstücklisten alleine lösen nämlich nicht zwangsläufig den benötigten Beschaffungsbedarf aus. Im Forum wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Stücklisten in Verkaufsbelegpositionen für sich genommen keinen Bedarf auslösen bzw. Bestandteile reservieren.


Deshalb sehe ich für diesen Kunden zwei mögliche Wege:


A – Sage-Standard über Disposition: Wenn sich die FTK-/Stücklistenbestandteile als disponierbare, nicht lagergeführte Artikel sauber verwenden lassen, wäre das mein Favorit. Dass Sage grundsätzlich auch mit nicht lagergeführten Artikeln in Bedarfs-/Dispositionsprozessen arbeitet, sieht man ebenfalls in den Wartungstexten.


B – kleine Anpassung: Aus einer FTK-Verkaufsposition werden anhand einer hinterlegten Zuordnung automatisch die benötigten EK-Artikel erzeugt und als Bestellungen angelegt. Dabei wird die Beziehung VK-Position → EK-Position(en) als Bedarfsverursacher erhalten. Das wäre bei passiver Veredelung möglicherweise sogar der sauberere Prozess, weil hier faktisch keine klassische Lager-/Materialdisposition benötigt wird.


Und die gewünschte Auswertung VK ↔ EK ist definitiv machbar. Die technische Verknüpfung dafür ist im Sage-Standard vorhanden.


Meine Empfehlung: Bevor wir dem Kunden sagen „geht über Stückliste“, würde ich sein konkretes Szenario einmal mit einem FTK-Verkaufsartikel + zwei EK-Artikeln + zwei Lieferanten + ohne Lagerführung in einer Demo nachbauen. Ich vermute, dass wir entweder über Bedarfsdeckung/Disposition sehr nah an den Standard kommen oder nur eine relativ kleine Erweiterung benötigen.


Das ist übrigens ein Fall, bei dem ich nicht einfach „geht nicht“ antworten würde. Die Sage hat mit Bedarfsverursachern und Stücklisten bereits einen großen Teil der benötigten Datenstruktur. Der Knackpunkt ist lediglich, wie bei einem FTK-Verkaufsartikel automatisch die mehreren EK-Bedarfe entstehen.
 
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